Archiv des Autors: Pfr. Martin Blechschmidt

Predigt für den 18. Sonntag nach Trinitatis (30.09.2018)

Predigt für den 18. Sonntag nach Trinitatis
Matthäus 22,34-46

Predigttext:

Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte [= sie zum Schweigen gebracht hatte], versammelten sie sich. Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt « (5.Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Als nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten: Davids. Da fragte er sie: Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr nennen, wenn er sagt (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege«? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn?
Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, auch wagte niemand von dem Tage an, ihn hinfort zu fragen. 

Herzlich geliebte Brüder und Schwestern in Jesus Christus, unserem Heiland!

Unser Text beginnt mit den Worten: „Da aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn…“

Von Angriffen der Sadduzäer und Pharisäer gegen den menschgewordenen Sohn Gottes hören wir nicht zum ersten Mal.

Die Pharisäer hatten sich an die Spitze der damaligen jüdischen Kirche gesetzt.

Sie bezeichneten sich selbst als „die Abgesonderten“, was das Wort „Pharisäer“ bedeutet.

Von ihnen sagt Gottes Wort: „Sie vermaßen sich selbst, dass sie fromm wären und verachteten die anderen“ (Luk. 18,9).

Die Sadduzäer dagegen waren eine jüdische Sekte, die allein die 5 Bücher Mose für Gottes Wort hielten und nicht die Auferstehung der Toten glaubten – auch dass es Engel gibt glaubten sie nicht.

Sadduzäer und Pharisäer lagen in ständigem Streit.

Nun hatte Jesus gerade ein Streitgespräch mit den Sadduzäern gehabt und sie mit Aussagen aus den 5 Büchern Mose zum Schweigen gebracht; er hatte ihnen „das Maul gestopft“.

Jetzt gingen die Pharisäer zum Angriff über, die sich für klüger hielten und meinten, sie könnten besser diskutieren und Jesus schließlich zu Fall bringen.

Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?“

Nachdem der HERR Christus diese Frage beantwortet hat, fragt er sie: „Was denkt ihr von Christus? Wessen Sohn ist er?“

Diese zwei Teile enthält unser Evangelium: Welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?, und dass der HERR Christus sie fragt, wessen Sohn der Messias, der Christus, der Gesalbte Gottes ist.

Diese zwei Fragen sind sehr wichtig; denn wer ein Christ sein will, muss diese Dinge wissen: Was das göttliche Gesetz ist, vor allem was das Wichtigste in Gottes Gesetz ist und wozu es dient und wer Christus ist, was er von ihm zu erwarten hat.

Darum fragen wir noch einmal:

Was ist das göttliche Gesetz? Und wozu dient es?
Und was denkt ihr von Christus? Wessen Sohn ist er?

1. Wozu dient das göttliche Gesetz?

Als ein Pharisäer nach dem wichtigsten Gebot im Gesetz fragt, antwortet der HERR: „Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten” (Verse 34-40).

Jesus hatte den Sadduzäern mit einem Satz aus den 5 Büchern Mose nachgewiesen, dass es die Auferstehung von den Toten gibt.

Damit hatte er sie zum Schweigen gebracht.

Nun fragen ihn die anderen, die Pharisäer, welches Gebot man vor allem halten muss, damit man in das ewige Leben komme.

Sie fragten aber nicht, weil sie gern die Wahrheit wissen wollten.

Ihre Antwort stand fest: Durch Fasten und Beten, durch viele gute Werke suchten sie Gott recht zu sein und waren sich sicher, dadurch Gnade bei Gott zu finden und in den Himmel zu kommen.

Ihre Frage diente dazu, den HERRn Christus der Gotteslästerung zu überführen.

Sie wollten ihm eine Falle stellen, um einen Grund zur Anklage zu finden, denn es heißt: „Er versuchte ihn…“.

So ist es ja oft auch heute, wenn ungläubige Menschen den Christen Fragen stellen: Oft wollen sie lediglich der Heiligen Schrift Irrtümer nachweisen oder feststellen, dass entweder darin vieles zu kindisch sei und der modernen Wissenschaft nicht standhalte oder dass vieles in der Bibel zu unverständlich sei, dass es kein Wunder sei, wenn es keiner glaube.

Die Pharisäer kannten das Gesetz Gottes sehr gut und waren auf seine Erfüllung bedacht, ja sie stellten noch weitere Forderungen auf und banden sie den Leuten auf das Gewissen.

Ihre Ratschläge, wie ein Mensch selig werden kann, gingen alle dahin, dass man “nach den Geboten Gottes leben muss”, dass man sich in seinem Leben bemühen muss, sie peinlich genau zu halten.

Das war für sie wie ein Handel: Sie leben nach den Geboten und Gott muss ihnen dann die Seligkeit schenken.

Wer fastete so häufig wie sie? Wer betete so oft und so lange, ja so öffentlich, dass alle es sehen konnten? Wer betrat den Tempel so demütig und würdig wie sie? Wessen Lebenswandel und Frömmigkeit konnte anderen zum Vorbild dienen, wenn nicht ihre? Ja, sie waren fromm, wer sonst?

Etwa die Hurer, die Diebe und Mörder oder gar die Zöllner?

Wer Gott liebt, muss die Sünde hassen und solche Menschen meiden, aber Jesus isst ja sogar mit ihnen!

Er ist ein Freund der Sünder! Gleich und gleich gesellt sich gern!“

Wird er nicht unrein durch jeden Kontakt mit einem solchen Verdammten?

Sie wollten ihn entlarven als eine Verächter des Gesetzes Gottes!

Sie lauerten auf seine Antwort: “Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und größte Gebot“.

Sie sagen nichts. Die einzig richtige Antwort hat sie verstummen lassen.

Doch der HERR sagt ihnen mehr als sie hören wollen: “Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“.

Erwidern konnten sie nichts. Sie wussten es: tatsächlich fordert Gott Liebe gegenüber dem Nächsten – fragt sich nur, ob Zöllner und Sünder auch dazugehören.

An den Pharisäern wird deutlich: Der Mensch meint, er komme mit dem Gesetz Gottes schon zurecht.

Und um sich selbst in ein gutes Licht zu stellen, schwächt er es ab und verachtet, verwirft und verurteilt andere.

Aber er irrt sich, denn Gott fordert mehr als Äußerlichkeit!

Gott verlangt völlige Liebe, keine Scheinliebe, keine Liebe, die nur in Worten und äußerem Verhalten besteht: : “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt” und “von allen Kräften” (Mark. 12,30).

Gott will, dass nichts und niemand in unserem Herzen mehr Raum einnimmt als er.

Nichts soll dem Menschen kostbarer, nichts lieber sein.

Für ihn sollen wir alles hingeben, auch uns selbst.

Manche meinen, sie hätten dieses Gebot bereits erfüllt, wenn sie immer einmal an Gott denken und wenn sie nicht weiter wissen zu ihm beten.

Sie meinen, Gott von ganzem Herzen zu lieben und mit allen Kräften, das sei gar nicht so schwer, da sie doch mindestens Karfreitag, Ostern und Weihnachten in die Kirche gehen.

Aber Gott „über alle Dinge lieben“ und von ganzem Herzen“ und „mit allen Kräften“ – das heißt auch: bereit sein um Gottes Willen und um seines Wortes willen alles zu erleiden, alles hinzugeben, Geld und Gut, Haus und Besitz, Ehre und guten Ruf – nur um Gott und sein heiliges Wort behalten zu können!

Das meint Gott, wenn er spricht: “Gib mir dein Herz!” (Spr. 23,26).

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.”

Das ist sein Wille; hier gibt er nicht nach, drückt kein Auge zu.

Das verlangt er von einem jeden Menschen.

Dazu legt er eine weitere Forderung, die nicht minder schwer ist: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!”

Würde er sagen: “Du sollst deinen liebsten Menschen lieben wie dich selbst!”, dann wäre das zu ertragen und fast zu erfüllen.

Aber er versteht unter dem “Nächsten” einfach den Mitmenschen, ob Freund oder Feind!

Wie ich mir selbst Gutes tue, so erwartet er es von mir gegenüber jedermann! -aufrichtig, innig, beständig, eben wie wir uns selbst lieben!

Diesen Richter der Lebendigen und der Toten mit Äußerlichkeiten befriedigen zu wollen, ist einfach lächerlich!

Aber wie kommt es dann zu solch pharisäischem Denken?

Der Mensch vergisst den abgrundtiefen Sündenfall, durch dessen weitreichende Folgen ein jeder Mensch vergiftet ins Leben tritt.

Die Heilige Schrift lehrt, dass jeder ohne Ausnahme als ein Feind Gottes geboren wird, unfähig auch nur eine einzige Regung zu tun, um Gott näher zu kommen oder sich Gott zum Freund zu machen.

Darum findet sich im Menschenherzen nicht eine Spur von wahrer Liebe zu Gott, sondern lauter Hass gegen ihn und seinen Willen.

Der Mensch will Gott nicht lieben, und seine Gebote sind ihm widerlich.

Ganz und gar ein Sklave von Sklaven geboren, ein Sünder von Sündern gezeugt, ein Kind des Zornes und Unglaubens mit einem gegen Gott gerichteten Herzen.

Und diesem verderbten und vergifteten Menschen hält der heilige allmächtige Gott seinen Willen vor Augen – im Gesetz, in den Geboten.

Das Gesetz ist der Spiegel, durch den der Mensch sein Verderben erkennen und den Sohn Gottes als seinen Erlöser annehmen soll.

Aber der Mensch sträubt sich dagegen und will sich nicht als Sünder erkennen.

Er schaut auf andere Leute, die in offenbar groben Sünden leben und sagt: Schau Gott, ich bin besser. Du musst mich doch lieben!

Er missbraucht Gottes Gesetz, das ihm die Augen öffnen und ihn zum Heiland treiben soll, dazu, sich in Selbstgerechtigkeit zu sonnen.

Siehst du Gottes Gebote, so ist nicht die Frage, wie sehr du dich anstrengen musst oder was du in deinem Leben vertuschen musst.

Die Frage ist doch vielmehr: Wie komme ich dazu, dass mein Herz entgiftet, die Feindschaft zu Gott darin besiegt und mir meine Sünde vergeben wird!

Dazu allein dient Gottes Gesetz!

Hält Gott dem Menschen das höchste und wichtigste Gebot vor Augen: „Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“, dann ist dies die falsche Reaktion: „Ich fast zweimal in der Woche. Ich gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Ich bin nicht so einer, der hurt und stiehlt. Ich gebe Spenden an Hilfsorganisationen, tue Gutes und hier und dort, bete, wenn’s mir schlecht geht und gehe hin und wieder in die Kirche.

Ja ich arbeite an mir – wie ein Steinmetz einen unförmigen Fels zum Kunstwerk erhebt.

Das ist eine ganz falsche und unzureichende Antwort, die so viele Menschen dem heiligen Gott geben, um sich zu beruhigen.

Das ist die Antwort, die ganz gewiss in die Hölle führt!

Die einzig richtige Antwort lehrt Christus, und sie heißt: „Gott, sei mir Sünder gnädig“ (Luk. 18,13).

Die Schrift lehrt: “Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch…“ (Gal. 3,10).

Kein Fleisch kann durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde” (Röm. 3,20) – mehr nicht: Erkenntnis der Sünde, keinerlei Besserung, keine Annäherung an Gott.

Das Gesetz ist unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden.” (Gal. 3,24).

Darum stellt der HERR nun ihnen, den Pharisäern, eine Frage:

2. Wer ist Christus und was hat der Mensch von ihm zu erwarten?

Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen HERRN, da er sagt: Der HERR hat gesagt zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner Rechten, bis dass ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen HERRN nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen” (Verse 41-46).

Ihre Frage hatte Jesu Verurteilung zum Ziel, seine Frage ihre Seligkeit.

Er wollte sie mit seiner Frage zur rechten Erkenntnis vor allem seiner Person führen.

Dies ist vor allem wichtig: “Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten: Davids.”

Nach ihrer Auffassung würde der Messias ein Nachkomme Davids sein, mehr nicht, einer, der als großer Sittenlehrer und Volksführer das alte herrliche Königreich Israels wieder in den früheren Glanz versetzt.

Einen “Lehrer von Gott”, einen “Kämpfer für das Volk Gottes” wollten sie, der mit ihnen, den Frommen, das besiegte Land zur Herrschaft führt.

Nachkomme, Sohn Davids ist der Messias, wie die Weissagungen lehren: Nach seiner menschlichen Natur kommt vom Geschlecht Davids.

Gottes Wort sagt, er komme her “von den [jüdischen] Vätern, nach dem Fleisch” aber “er ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit” (Röm. 9,5).

So verweist Jesus auf David, denn die Pharisäer hatten von ihm gesprochen, und zitiert einen Psalm, den David durch Eingeben des Heiligen Geistes geschrieben hat: “Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr nennen, wenn er sagt (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege«? Wenn nun David ihn HERR nennt, wie ist er dann sein Sohn?”

Nennt David ihn HERR, dann muss doch dieser Nachkomme mehr sein als nur ein Mensch, mehr als sein Sohn.

Und wie kann dieser Sohn Davids “zur Rechten Gottes” sitzen, wenn es nur ein gewöhnlicher Mensch ist?

Nur ein Nachkomme Davids? Jesus hält den Pharisäern vor Augen: Das Wort Gottes sagt mehr von ihm!

Denn Gott spricht zu ihm: “Setze dich zu meiner Rechten!”

Diese Worte sprechen von der Erhöhung Christi; wer erhöht wird, muss zuvor erniedrigt worden sein.

Der Messias hat sich erniedrigt, hat die Sünde getragen, die Strafe verbüßt, wie Jesaja weissagt: “Der HERR warf unser aller Sünde auf ihn” (Jes. 53,6).

Das war es, worauf Jesus die Pharisäer lenken wollte: Auf diesen „Sohn Davids“, auf den Messias wirft Gott die Sünde der Menschheit.

Der Messias würde sie tragen, an Statt der Menschen dafür büßen und so eine Erlösung schaffen, damit Sünder zur Vergebung gelangen.

Er will ihnen aus ihrem Irrtum helfen, zeigt, wie wichtig es für sie ist, sich als Sünder zu erkennen und sich dem anzuvertrauen, der gekommen ist, um auch für ihre Sünde zu leiden und zu sterben, er selbst!

Das ist die rechte Frömmigkeit, auf Christus alle Zuversicht zu setzen, und seine Gnade und Liebe im Glauben zu ergreifen und damit die Errettung vor der Hölle und den offenen Himmel!

Was sind doch auch die heutigen Pharisäer und Humanisten für arme Menschen, wenn es um ihr Seelenheil geht: Sie diskutieren und zählen ihre guten Seiten auf, suchen sich selbst zu erlösen und akzeptieren in Gottes Wort nur, was sie mit ihrer ärmlichen Vernunft begreifen.

Aber sie gehen ganz gewiss verloren, weil sie keine Sünder sein wollen und darum den HERRn Christus, den Heiland der Sünder, nicht zu ihrem Erlöser annehmen, sondern als ein großes Vorbild sehen, dem sie nacheifern wollen, um vor Gott in gutem Licht zu erscheinen!

Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1.Petr. 5,5).

Christus hatte ihnen einen klaren Beweis aus der Heiligen Schrift gebracht, aber sie nahmen ihn nicht an.

Gott bewahre uns vor solcher Blindheit!

Aber das ist unseres Herzens Trost und Freude: “Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«.” (Gal. 3,13).

Uns vom Fluch des Gesetzes erlösen, das konnte kein sündiger, als Gottfeind geborener Mensch!

Dieses große Wunder zu vollbringen, war nur Gott selbst möglich!

Darum lehrt Gottes Wort mehr als die Pharisäer glauben, die den Messias nur für einen menschlichen Nachkommen Davids hielten: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu” (2.Kor. 5,19).

Was kann herrlicher in den Ohren eines Sünders klingen als dies: “Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit” (Röm. 4,5) – “sein Glaube”, freilich nicht als ein Werk, nicht als ein Handel, mit dem er seine Seligkeit erzwingt.

Diese Trost-Lehre unseres barmherzigen Gottes ist so schlicht und einfach, das auch ein Kind sie fassen kann, denn die ganze Wahrheit von der Rechtfertigung ist in dem einen Wort zusammengefasst: “Ich glaube eine Vergebung der Sünden”.

Ja, es gibt eine Vergebung der Sünden. Was für ein Trost!

Bei Gott ist viel Vergebung. Wer das im Glauben annimmt: “Ich glaube eine Vergebung der Sünden”, der hat Vergebung, der ist mit Gott im Frieden, vor Gott rein und gerecht durch Christi Blut – allein aus Gnaden!

Das ist die Antwort, die ganz gewiss in den Himmel führt! Amen.

Pfr. Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden

Lesepredigt für den 15. Sonntag nach Trinitatis

Predigt über Matthäus 6,24-34

24 Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht GOtt dienen und dem Mammon. 25 Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung? 26 Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? 27 Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Weiterlesen

Sermon sur : Romains 6 : 3 – 6

Sermon sur : Romains 6, 3 – 6

Le Texte de la Bible :
​Ignorez-vous que nous tous qui avons été baptisés en Jésus-Christ, c’est en sa mort que nous avons été baptisés? Nous avons donc été ensevelis avec lui par le baptême en sa mort, afin que, comme Christ est ressuscité des morts par la gloire du Père, de même nous aussi nous marchions en nouveauté de vie. En effet, si nous sommes devenus une même plante avec lui par la conformité à sa mort, nous le serons aussi par la conformité à sa résurrection, sachant que notre vieil homme a été crucifié avec lui, afin que le corps du péché fût détruit, pour que nous ne soyons plus esclaves du péché.
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Audiopredigt vom 10. Sonntag nach Trinitatis

Markus 8,34-37

Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir will nach folgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben will behalten der wird’s verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinet und des Evangeliums willen, der wird’s behalten. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele löse?