Lesepredigt am Ostersonntag

Predigt am Ostersonntag
über 1.Korinther 15,14-20

Predigttext:

Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

In Jesus Christus herzlich geliebte Gemeinde!

Der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ das ist der alte Ostergruß der Christen, und das steht unerschütterlich fest.

Gott sei Dank, dass das so ist!

Als der Apostel Paulus auf dem großen Versammlungsplatz von Athen, dem Areopag, das Evangelium von Christus verkündigte und auch von der Auferstehung sprach, heißt es: „Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten…“ (Apg. 17,32).

Nicht nur das Evangelium von der Begnadigung der Sünder um Jesu Opfer am Kreuz willen ist der menschlichen Vernunft ganz lächerlich, besonders die damit verbundene Lehre von seiner leibhaftigen Auferstehung am dritten Tag reizt sie zu Widerspruch und Spott.

Aber es ist von ungeheurer Bedeutung, ob Jesus Christus leibhaftig auferstanden ist oder nicht.

Es ist absolut entscheidend für den gesamten christlichen Glauben und vor allem für die Hoffnung der Gläubigen, was ihre Auferstehung in das ewige Leben betrifft.

Denn wenn Jesus nicht auferstanden ist, wenn es überhaupt keine Auferstehung gibt, dann reicht der christliche Glaube in Wirklichkeit nur bis an die Grenzen, die der Tod setzt.

Alles andere ist dann nur Phantasie und Hoffnung, die sich auf Vermutungen erbaut.

Nicht nur die Sekte der Sadduzäer leugnete die Tatsache der Auferstehung, auch die ersten Gemeinden wurden mit Menschen konfrontiert, die die Auferstehung der Toten in Abrede stellten.

Der Apostel Paulus schreibt davon in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth: „Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.“ (1.Kor. 15,12f.).

Danach spricht der Apostel vom „Was-wäre-wenn“ und vertreibt schließlich allen Zweifel durch das in ihm vom Heiligen Geist gewirkte Zeugnis von der Wahrheit und berechtigten Hoffnung der Gläubigen in Christus.

1. Bedenken wir zuerst das eine: Was wäre, wenn Christus nicht leibhaftig auferstanden ist?

So predigen und glauben in unserer Zeit viele: Jesus von Nazareth ist auferstanden, aber das ist nicht wörtlich zu verstehen. Er ist nicht leibhaftig, körperlich auferstanden. Vielmehr lebt er in seiner Idee und in der Verkündigung fort. – so lehrt es die herrschende liberale Theologie!

Jesus sei in dem Sinne auferstanden und lebe, indem andere Menschen von ihm reden, seine Lebensideale zu ihren machten – eben so wie die Nachkommen vom lieben alten Großvater sprechen und ihn zum für ihr Vorbild Leben wählen.

In diesem Sinne spricht man heute von der „Auferstehung“ und vom „ewigen Leben“.

Das ist aber nicht die Botschaft des Wortes Gottes!

Ja, das Wort Gottes spricht gerade gegen solche Vorstellungen und zeigt, wie sinnlos die Botschaft von Christus wäre, wenn er nicht leiblich auferstanden ist:

Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden.“

Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann bricht die ganze christliche Verkündigung in sich zusammen, weil ihr der kostbare Inhalt fehlt.

Dazu wären die Apostel falsche Zeugen, ja Lügner, denn sie predigten und predigen bis heute in ihren Schriften den Tod und die Auferstehung Christi als den einen Weg, auf dem Sünder selig werden.

Ist Christus nicht auferstanden, so ist auch unser Glaube ganz vergeblich und ohne jede Kraft.

Wir glauben aufgrund des Zeugnisses der Evangelisten und Apostel, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, für uns in den Tod gegangen ist.

Wir glauben, dass durch sein Opfer an unserer Statt die Schuld getragen, die Sünde gebüßt und wir mit Gott versöhnt sind, dass wir Frieden mit Gott haben.

Wir glauben, was der Apostel uns lehrt, wenn er schreibt, dass wir durch den Glauben an Christus bei Gott in Gnaden sind und Vergebung aller Sünden haben, wenn wir glauben an den, der unsern Herrn Jesus auferweckt hat von den Toten, welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.“ (Röm. 4,24f.).

Ist Christus im Grab geblieben, dann hat der Tod über ihn Gewalt, ist stärker als Christus und er hätte diesen Feind gar nicht besiegt! – was aber doch unsere ganze Hoffnung ist im Blick auf unseren eigenen Tod!

Ist Christus im Grab geblieben, dann hat er eben nicht durch seinen Tod das gültige Opfer gebracht und wir wären gar nicht mit Gott versöhnt.

Dann wären wir noch in unseren Sünden und der Fluch Gottes über Sünder wäre noch über uns!

Ist er im Tod geblieben, dann kann er gar nicht Gottes Sohn, ja der menschgewordene Gott selbst sein.

Wir Christen, die wir an seine leibhaftige Auferstehung glauben, wären große Narren und unser Glaub, unsere Hoffnung, unsere Zuversicht auf IHN wären auf Sand gebaut!

Wir müssten in Ewigkeit verloren sein!

Und was ist mit den Weissagungen auf Christus? -wo doch David im Psalm von Christus weissagt: „Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger verwese“ (Ps. 16,10).

Und Christus selbst? Wäre er dann nicht auch ein Verführer, wie viele das damals behaupteten und auch heute von ihm sagen?

Er hat geschworen: Wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ (Joh. 6,40).

Und weiter: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. (Joh. 11,25).

Hat er nicht verheißen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ (Matth. 28,20) – wie könnte er das ohne leiblich auferstanden zu sein?

Darum heißt es in unserem Text: „Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ – denn wir würden uns auf einen verlassen, der nicht halten konnte, was er versprochen hat, der nur vorgab, der Messias zu sein. Wir müssten auf einen anderen warten, auf den echten.

2. Nach all diesen Erwägungen „Was-wäre-wenn“ ruft uns Gottes Wort zu: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

Durch diese Tatsache ist unser Glaube an Jesus Christus, unseren Erlöser und Heiland, fest und gewiss!

Er hat die Weissagungen erfüllt und hat „die Verwesung nicht gesehen.“ (Apg. 2,31).

Er hat den Tod besiegt an unserer Statt, so dass wir uns an sein Wort klammern können und dort auch festen Halt finden: Wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, hat das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ (Joh. 6,40).

Ja, er ist die „Auferstehung und das Leben“, wer an ihn glaubt, wird leben, ewig leben, auch wenn er durch den irdischen Tod hindurch muss; er wird erleben, was Christus schwört: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben.“ (Joh. 5,24f.).

Es ist und bleibt unumstößliche Wahrheit: „Christus ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.“ (Röm. 4,25).

Wir haben vor Gott im Glauben an Christus Vergebung aller Sünden: „So gibt es nun kein Verdammungsurteil für die, die in Christus Jesus sind.“ (Röm. 8,1).

Christus hat sich durch Tod und Auferstehung als der wahrhaftige menschgewordene Sohn Gottes erwiesen.

Sein Leiden und Sterben für uns, für unsere Versöhnung mit dem allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden, hat vor Gottes Augen vollgültigen Wert.

Und weil Christus leibhaftig auferstanden ist, so ist die Predigt der Apostel nicht vergeblich, auch unser Glaube an IHN ist nicht vergeblich.

Die Apostel und Evangelisten sind keine falschen Zeugen, und darum ist auch unser Glaube (der sich auf ihrem Wort erbaut) keineswegs nichtig, und diejenigen, die im Glauben an Christus entschlafen sind, sind nicht verloren, sondern in Gottes ewiger Herrlichkeit.

Wir sind auch nicht die elendesten Menschen, wenn wir auf Christus hoffen, sondern die geehrtesten, weil in den Stand der Kinder Gottes erhobenen.

Darum sprechen wir voller Zuversicht mit Hiob: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt; und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken; und ich werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.“ (Hiob 19,25ff.).

So sind wir im Tode nicht verloren. Uns verschlingt nicht die gähnende Dunkelheit des Totenreiches.

Für uns gilt vielmehr, was Jesus zu dem Verbrecher neben sich am Kreuz spricht, als der ihn bittet: HERR, gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Luk. 23,42f.).

Diese Wahrheit steht wie ein Fels in der Brandung der Zweifel und des Unglaubens, denn Christus hat durch seine Auferstehung bewiesen, was er vor seinem Tode den Jüngern sagte: „Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ichs wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen.“ (Joh. 10,17f.).

Hören wir das Zeugnis des Apostels Paulus von der Auferstehung Jesu Christi: „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihrs festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ (1.Kor. 15,1ff.).

Ja, der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Amen.

Pfarrer Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden