24. Juni – Gedenktag des Bekenntnisses von Augsburg

Gedenktag des Bekenntnisses von Augsburg
Confessio Augustana (CA)

Vom Kurfürsten Johann von Sachsen wurden die Theologen Luther, Jonas, Bugenhagen und Melanchthon beauftragt, ein rundes und klares Bekenntnis der Lehre und des Glaubens zu verfassen. Der eigentliche Zweck dieser Bekenntnisschrift war der Erweis, dass die Evangelischen nichts anderes lehrten als die alte Kirche, und dass ihre Lehre mit den Aussagen der Heiligen Schrift übereinstimmte.

Am 25. Juni 1530 übergaben die Mitarbeiter Luthers auf dem Reichstag zu Augsburg das Bekenntnis des Glaubens, dazu Gott sie durch das Wort der Heiligen Schrift geführt hatte. Luther weilte indes auf den Rat seiner Freunde hin aus Sicherheitsgründen auf der Feste Coburg – mit ihm der Theologe Veit Dietrich.

In Augsburg wurde das Bekenntnis in seiner ursprünglich lateinischen Fassung dem Kaiser und den versammelten Ständen des Reiches übergeben und schließlich in deutscher Sprache öffentlich verlesen. Davon wurden viele Anwesende bewegt und fielen der biblisch-lutherischen Lehre zu. Als der römische Theologe Eck von Herzog Wilhelm von Bayern gefragt wurde, ob die lutherische Lehre zu widerlegen sei, antwortete er: “Mit den Vätern getraue ich mir, sie zu widerlegen, aber nicht mit der Schrift”.

Wenig später schon wurde das Augsburger Bekenntnis in viele Sprachen übersetzt; dadurch bekamen viele erst den rechten Aufschluss über die Lehrstellung der Lutherischen. Über die Länge des Reichstages kann man sich ein Bild machen, wenn man bedenkt: Am 15. Juni war Kaiser Karl in Augsburg eingezogen und erst am 14. September kehrten Herzog Johann Friedrich mit Graf Albert von Mansfeld zurück und kamen bei Luther in Coburg an. In diesen Wochen hat Gott der HERR Großes durch schwache Menschen getan: Das reine Evangelium war öffentlich bezeugt und die falsche Lehre bloßgestellt worden.

Die römisch-katholische Kirche hat seitdem nichts von ihren Irrlehren zurückgenommen – im Gegenteil: Sie hat weitere hinzugefügt (z.B. Himmelfahrt Marias, Unfehlbarkeit des Papstes). Dem gegenüber bekennen wir die Wahrheit des Wortes Gottes, das damals die Reformatoren bei Gefahr für Leib und Leben vorgetragen und verteidigt haben. Aber auch anderen Irrlehren müssen wir um der Wahrheit willen mit Gottes Wort begegnen.

So mahnt der Apostel Paulus seinen jungen Schüler Timotheus: „Predige das Wort, halt an, es sei zu rechter Zeit oder zur Unzeit; strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken; und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu den Fabeln kehren. Du aber sei nüchtern allenthalben. Leide willig, tu das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus“ (2.Tim. 4,2-5).

Auch uns kann und will Gott der HERR nicht vom Kampf um die reine Lehre und vom Bekenntnis derselben entbinden, denn das wäre zum Schaden unserer Seligkeit. Es ginge uns darüber alles verloren: Der Trost im Elend dieser Welt, der Trost im Jammer unserer Sünde. Würden wir Irrlehrern auch nur gegenüber einem einzigen Wort der Heiligen Schrift den geringsten Widerspruch zugestehen, so würde uns in tiefen Anfechtungen oder in der Not des Todes schließlich alles zweifelhaft.

Darum ermahnt der Apostel den Prediger der Gemeinde Ephesus, Timotheus: „Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit“.

Wir selbst wollen um unserer Seligkeit willen das Wort mit Sanftmut annehmen als das Wort unseres HERRn und Gottes, der uns selig macht. Nach außen hin wollen wir es bekennen und uns von niemandem beirren lassen. Wo er uns die ewige Wohnung bereitet hat, da wollen wir hin, ins ewige Leben! Auf dem Weg in unsere himmlische Heimat stützt er uns durch sein Wort: „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jes. 66,13). Darum können und wollen wir von diesem Trost nicht abgehen – kein winziges Stück.

Was ich getan hab und gelehrt,
das sollst du tun und lehren,
damit das Reich Gott’s werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren;
und hüt‘ dich vor der Menschen Satz,
davon verdirbt der edle Schatz:
das lass ich dir zur Letze
(= Abschied).

D. Martin Luther