Zitat aus der Apologie der CA

Aus der Verteidigungsschrift
des Augsburgischen Bekenntnisses
(Apologie der CA)

Denn wie ist es möglich, daß ein Herz oder Gewissen könne zur Ruhe kommen oder die Seligkeit hoffen, wenn in Anfechtungen und Todesängsten vor Gottes Urteil und Augen unsere Werke so gar zu Staub werden, wo das Herz nicht durch den Glauben dessen gewiß wird, daß wir selig werden aus Gnaden um Christi willen… Das ist der rechte beständige Trost, welcher in Anfechtungen besteht, mit dem die Herzen und Gewissen können gestärkt und getröstet werden, nämlich daß uns um Christi willen durch den Glauben Vergebung der Sünde, Gerechtigkeit und ewiges Leben gegeben wird. (Apol. 149.150).

Denn wer wollte sich nicht wünschen an seinem letzten Ende, daß er im Bekenntnis des Artikels sterben möchte, daß wir Vergebung der Sünden durch den Glauben, ohne unser Verdienst und Werk, durch das Blut Christi erlangen? Es gibt die Erfahrung, wie die Mönche selbst bekennen müssen, daß sich die Gewissen nicht lassen stillen noch zufrieden bringen als durch den Glauben an Christum. Und die Gewissen können keinen rechten, beständigen Trost haben in den großen Ängsten in der Todesstunde und in Anfechtung wider das große Schrecken des Todes, der Sünde, wenn sie nicht an die Zusage der Gnade in Christo sich halten. Auch können sie keinen beständigen Trost haben wider den Teufel, welcher dann erst stark die Herzen drängt, ängstet und zur Verzweiflung reizt und alle unsere Werke in einem Augenblick wie den Staub hinwegbläst, wenn sie nicht an den Evangelio, an dieser Lehre, festhalten, daß wir ohne unser Verdienst, durch das teure Blut Christi Vergebung der Sünden erlangen. Denn der Glaube allein erquickt und erhält uns in dem großen Todeskampf, in den großen Ängsten, wenn keine Kreatur helfen kann, ja, wenn wir außerhalb dieser ganzen sichtbaren Kreatur von dannen in ein ander Wesen und Welt sollen abscheiden und sterben (Apol. 221,85)

Nicht, weil’s die Väter gedich’t und gemacht,
wird solch Bekenntnis so hoch geacht‘;
sondern, weil hier die Bibel alleine ist dargelegt mit hellem Scheine,
weil hier das Wort des Heilands schlicht und mächtig auf den Blättern spricht.
Hier ist nichts erdichtet und neu erfunden, wie’s sonst oft unter Menschen geht;
daß die Väter allein auf der Bibel stunden, das ist des Bekenntnisses Majestät.

aus Lentz’s Betkämmerlein, Elsaß vor 1762, S. 753