Audiopredigt vom 12. Sonntag nach Trinitatis

Markus 7,31-37


Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege. Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und
sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig. Und er gebot ihnen, sie solltens niemandem sagen. Je mehr ers aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

 

 

 

 

Lesepredigt am 14. Sonntag nach Trinitatis

Predigt über das Evangelium vom 14. Sonntag nach Trinitatis
Lukas 17,11-19


Vom dankbaren Samariter

Predigttext: Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. Weiterlesen

Sermon sur Galates 3,21.22

Galates 3, 21. 22

Le texte du sermon : La loi est-elle donc contre les promesses de Dieu? Loin de là! S’il eût été donné une loi qui pût procurer la vie, la justice viendrait réellement de la loi. Mais l’Écriture a tout renfermé sous le péché, afin que ce qui avait été promis fût donné par la foi en Jésus-Christ à ceux qui croient. Weiterlesen

Lesepredigt über Markus 7,31-37

Predigt am 12. Sonntag nach Trnitatis
über Markus 7,31-37 Die Heilung eines Taubstummen

Predigttext: Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege. Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig.

Und er gebot ihnen, sie solltens niemandem sagen. Je mehr ers aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Weiterlesen

Lesepredigt über das Heilige Abendmahl

Predigt über 1.Korinther 11,26-29

Predigttext: Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HERRN Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des HERRN trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HERRN. Der Mensch prüfe aber sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HERRN. Weiterlesen

Sermon sur Luc 16, 1-9

Prédication sur l’évangile du 9e dimanche après la Trinité – Luc 16, 1 – 9

Texte de la prédication :

1Jésus dit aussi à ses disciples: Un homme riche avait un économe, qui lui fut dénoncé comme dissipant ses biens. 2Il l’appela, et lui dit: Qu’est-ce que j’entends dire de toi? Rends compte de ton administration, car tu ne pourras plus administrer mes biens. 3L’économe dit en lui-même: Que ferai-je, puisque mon maître m’ôte l’administration de ses biens? Travailler à la terre? je ne le puis. Mendier? j’en ai honte. 4Je sais ce que je ferai, pour qu’il y ait des gens qui me reçoivent dans leurs maisons quand je serai destitué de mon emploi. 5Et, faisant venir chacun des débiteurs de son maître, il dit au premier: Combien dois-tu à mon maître? 6Cent mesures d’huile, répondit-il. Et il lui dit: Prends ton billet, assieds-toi vite, et écris cinquante. 7Il dit ensuite à un autre: Et toi, combien dois-tu? Cent mesures de blé, répondit-il. Et il lui dit: Prends ton billet, et écris quatre-vingts. 8Le maître loua l’économe infidèle de ce qu’il avait agi prudemment. Car les enfants de ce siècle sont plus prudents à l’égard de leurs semblables que ne le sont les enfants de lumière. 9Et moi, je vous dis: Faites-vous des amis avec les richesses injustes, pour qu’ils vous reçoivent dans les tabernacles éternels, quand elles viendront à vous manquer.

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Lesepredigt am 10. Sonntag nach Trinitatis

Predigt am 10. Sonntag nach Trinitatis (Gedenktag der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Christus) über 1.Mose 7,11-24 NOAH

Predigttext:

11 In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noah, am siebzehnten Tag des andern Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels, 12 und kam ein Regen auf Erden, vierzig Tage und vierzig Nächte. 13 Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem Weibe und seiner Söhne dreien Weibern; 14 dazu allerlei Tier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewürm, das auf Erden kreucht, nach seiner Art und allerlei Vögel nach ihrer Art alles, was fliegen konnte, und alles, was Fittiche hatte. Weiterlesen

Predigt für den 9. Sonntag nach Trinitatis

Predigt am 9. Sonntag nach Trinitatis
über Lukas 6,36-38

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.

Liebe Gemeinde!

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Der Apostel Paulus schreibt: „Wir aber haben Christi Sinn“ (1.Kor. 2,16) – vorher schreibt er, wie doch kein Mensch in den anderen hineinsehen und seine innersten Gedanken erkennen kann.

So kann der sündige Mensch nichts von Gottes Wesen und Gesinnung wissen, wenn es ihm nicht offenbart wird durch den Heiligen Geist.

Noch viel weniger kann der sündige Mensch so handeln, wie Gott es von ihm erwartet oder gar sein Herz nach Gottes gutem Willen ausrichten.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Das wird den Christen gesagt, von denen es heißt: „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus“ (Gal. 3,26).

Im Glauben an unseren Erlöser sollen wir dem barmherzigen Wesen unseres himmlischen Vaters nachfolgen.

Freilich kann ein gottloser Mensch auch barmherzig sein, anderen helfen und Gutes tun, spenden und selbst mit anpacken.

Damit ist es jedoch schnell aus, wenn es nicht um den Freund, sondern um den Feind geht!
– um den, der Böses getan hat und Hass zeigt.

Uns Kindern Gottes aber wird gesagt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – und „er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte” (Matth. 5,45).

Gott gibt seinen Segen reichlich auch denen, die ihm nicht dafür dienen oder danken, seinen Feinden und den Spöttern.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Die Kinder dieser Welt können lieben, solange sie Gegenliebe spüren.

Sie können gütig, freundlich und hilfreich sein, solange sie etwas dafür erwarten können – und sei es der Ruhm und die Ehre für ihr „selbstloses” Tun.

Der HERR Christus spricht: „Und wenn ihr euren Wohltätern wohl tut, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr leiht, von denen ihr [etwas er-] hofft zu nehmen, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf dass sie Gleiches wieder nehmen. Doch aber liebt eure Feinde; tut wohl und leiht, dass ihr nichts dafür hofft, so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undankbaren und Boshaften” (Luk. 6,33-35).

Das meint Christus mit seinem Wort: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Übt Barmherzigkeit, an Freund und Feind, an denen die euch danken und an denen, die euren Beistand ohne Dank einfach hinnehmen.

„Liebt eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; segnet die, so euch verfluchen; bittet für die, so euch beleidigen” (Luk. 6,27.28).

Ein Kind Gottes hat eine nicht versiegende Quelle der Liebe, auch wenn Barmherzigkeit ohne Dank bleibt und versickert wie Wasser im Sand.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Der HERR Christus zeigt nun diese Barmherzigkeit, die wir als Kinder Gottes üben sollen, in drei Teilen: Wir sollen weder richten noch verdammen. Wir sollen unserem Nächsten vergeben. Wir sollen dem Bedürftigen helfen.

1. Zuerst spricht der HERR: „Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet”.

Gibt es das nicht oft: Tut einer viel Gutes und erntet doch keinen Dank, so schlägt sein Denken in das Gegenteil?!

Er ist verstimmt, dann verbittert, die Entzweiung wächst Groll schlägt in offene Feindschaft um.

Barmherzigkeit, die der Mensch als Ungläubiger übt, will den Nächsten oft kaufen und sich zu Diensten machen: Hilft sie ihm, schenkt ihm Mittel in seiner Not, so erwartet sie nicht allein Dank, sondern auch Dienst und Gehorsam.

Bleiben Dank und Ergebenheit aus, so wird aus dem Helfer nicht selten ein Feind.

So soll es bei den Christen nicht sein.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h. zuerst einmal: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Christus lehrt uns hier, wie wir uns als erlöste Kinder Gottes in dieser Welt verhalten sollen.

Das erinnert uns an Christi Wort: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen” (Joh. 15,20).

Es wird euch oft genug so gehen, dass ihr als Kinder Gottes in der Welt eben so viel Freundschaft und Liebe finden werdet wie die Schafe unter den Wölfen.

Aber lasst euch diese Hitze nicht befremden” (1.Petr. 4,12).

Sie werden auf vielerlei Weise Unbarmherzigkeit an euch üben, ein richtendes und verdammendes Urteil über euch sprechen, denn „das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern” (1.Petr. 4,4)

Aber stellt euch auch hier nicht der Welt gleich (Röm. 12,2)!

Wo sie richten, da richtet nicht! Wo sie verdammen, da verdammt nicht!

Segnet, wo sie euch verfluchen und zur Hölle wünschen! Segnet und flucht nicht!

Wo sie sich an euch rächen, da vergebt! Wo sie nehmen und rauben, da gebt und leiht l

So lehrt Gott uns auch durch den Apostel Paulus: „Ist’s möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch selber nicht, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes. Wenn nun dein Feind hungert, so speise ihn dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!” (Röm. 12,19.20).

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Wie barmherzig Gott zu uns ist, erweist er uns Sündern in seinem Sohn Jesus Christus: „…welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt. Er stellte es aber dem anheim, der da recht richtet“ (1.Petr. 2,23).

Das tut weh! -und es ist auch schwer!

Darum erinnert uns Gottes Wort an die Barmherzigkeit und Güte, die wir tagtäglich aus Gottes Brunnen genießen dürfen.

Widerfährt uns statt Dank Undank, für Liebe Hass, für Barmherzigkeit Missgunst, so sollen wir an unseren Erlöser denken: „der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden” (1.Petr. 2,24).

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn denn er sorgt für euch… Und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen“ (1.Petr. 5,6.7.9b).

Das ist Gottes guter und gnädiger Wille an uns: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Da sprechen manche: Hatten wir nicht recht? Kein Christ darf sich ein Urteil über andere anmaßen, womöglich einen Arzt, der Abtreibungen vornimmt, als „Mörder” bezeichnen oder einen Theologen als „falschen Lehrer” oder gar gleichgeschlechtliche Partnerschaften als „Sünde”.

Mit dem Wort „Richtet nicht, verdammt nicht” meint Christus nicht, wir sollten Sünde fortan gutheißen. Nein!

Beurteile und verurteile deinen Nächsten nicht aus eigenem Mutwillen und Gutdünken und habe keinen Spaß daran, ihn vor anderen in den Schmutz zu ziehen!

Halte deinen Nächsten nicht für einen von Gott Verworfenen, den du lieblos aufgeben könntest.

Denke nicht, es gäbe für ihn keine Hoffnung mehr, denn du weißt nicht, wie Gott ihn doch noch be­kehren kann!

Wünsche deinen Widersacher nicht zur Hölle, sondern bete für ihn. damit du seine Seele gewinnst!

Ahme deinen himmlischen Vater nach, der auch dich in deiner Sünde und in deinen Verirrungen nie aufgegeben hat!

Du wirst jedoch auch dann gemäß dem Willen Gottes handeln, wenn du falsche Lehre richtest und verdammst oder nach Gottes Ordnungen für Kirche und Staat auf Zucht und Ordnung sehen sollst, das Gute loben, das Böse bestrafen.

So handeln Eltern recht, wenn sie ihre Kinder in Ehrfurcht vor Gott erziehen und sie auch für Böses bestrafen.

Es wäre eine völlige Verdrehung, würde ein unar­tiges Kind zum Vater sagen: „Richte mich nicht – dann wird Gott dich auch nicht richten!“

Oder ein Verbrecher würde dem Richter entgegen­halten: „Richte mich nicht – so wirst du von Gott nicht gerichtet werden!“

So soll jeder Christ, nicht nach eigenem Gutdünken urteilen, sondern nach Gottes heiligen Geboten das Böse „böse” nennen und Gerechtigkeit üben in dieser verlorenen Welt.

Das betrifft auch die Lehre in der Kirche!

Prüft die Geister, ob sie von Gott sind!“ (1.Joh. 4,1).

Seht euch vor vor den falschen Propheten!“ (Matth. 7,15)

Tun wir dies, so sind nicht wir es, die da richten beurteilen und verurteilen.

Vielmehr ist es Gott der HERR, der uns dafür sein Wort zum Maßstab gegeben hat.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht. Vergebt, so wird euch vergeben.”

Dieser Welt gleichstellen sollen wir uns nicht, sondern barmherzig sein wie der Vater im Himmel auch uns seine unendliche Güte erwiesen hat.

Wir sollen, auch wenn wir Unbarmherzigkeit, Hass und Verfolgung zu ertragen haben, nicht mit gleicher Münze heimzahlen.

Noch viel weniger dürfen wir uns an Gottes Stelle setzen und den Richterspruch des Ewigen vorwegnehmen.

Wenn es jedoch Gottes Wort betrifft, so sollen wir Kinder Gottes uns kein Blatt vor den Mund nehmen.

Es wäre ja die größte Unbarmherzigkeit, würden Christen Gottes Wort verschweigen und den Nächsten in seinem Irrtum liegen lassen.

„Vergebt, so wird euch vergeben” – wie wir im Vaterunser beten: „Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern”.

Das ist eine Verheißung für die, die ja schon Kinder der Gnade sind.

Nicht dass wir durch das Werk der Vergebung erst selbst Vergebung erlangen, so nicht!

Aber wenn wir von Herzen dem Nächsten seine Fehler und Gebrechen vergeben, so erweist sich darin, dass wir als Kinder Gottes aus der Kraft des HERRn handeln und eben schon unter Gottes Vergebung stehen.

Vergebt, so wird euch vergeben”

Zwar sollst du das Böse beim Namen nennen und alle Sünde und Ungerechtigkeit hassen.

Aber so wie auch der Vater im Himmel die Sünde hasst und doch den Sünder lieb hat und bekehren will und darin nicht nachlässt, so auch du.

Darin sollst du nicht müde werden, wie der HERR Christus lehrt: „Da trat Petrus zu ihm und sprach: HERR, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal” (Matth. 18,21.22).

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen.”

Nun siehst du, wie wichtig es ist, dass du allein nach Gottes Wort gut und böse zu unterscheiden weißt.

Du siehst, was diese Barmherzigkeit ist, von der Christus spricht, nämlich die Sünde zu hassen, die Person des Sünders aber zu schützen und zu bekehren suchen.

Wer dafür keinen Maßstab hat, wie es ja in unserer Welt und Gesellschaft offenbar ist, der mag ein Leiter sein wollen, ist aber blind.

Ich kann nicht mehr von meinem Meister lernen, als er weiß”

Es kommt darauf an, wen ein Mensch zum Meister und Führer hat.

Folge ich dem Meister, der selbst blind ist, so werde ich in die Grube fallen und alle, die ich anleite auch.

Folge ich jedoch dem barmherzigen Gott und seinem heiligen Wort, so werde ich auch barmherzig, wie er barmherzig ist.

Wären wir durch unsere Unvollkommenheit nicht so sehr geschwächt, so würden wir darin vollkommen, wie er vollkommen ist.

Aber dazu kommen wir nicht, solange wir Sünder in dieser Welt leben.

Darum sollen wir uns vor Selbstsicherheit und Selbstgerechtigkeit hüten.

„Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und besieh dann, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest.”

Ja, wir sollen daran denken, dass wir unvollkommen und Sünder sind.

Müssen wir nach Gottes Willen Sünde aufdecken und beim Namen nennen, so soll dies geschehen, indem wir bedenken, dass auch wir die Gnade und Barmherzigkeit Gottes bitter nötig haben.

Doch soll diese Erkenntnis uns nicht den Mund verschließen, das Böse zu strafen.

Aber die Fehler und Gebrechen des Nächsten sollen wir ihm nachsehen, denn auch wir sind nicht rein und frei von Fehlern.

Denn kein Christ wird es, solange er hier lebt, dahin bringen, dass er keinen „Splitter” mehr habe.

Sonst hätte Christus uns nicht beten gelehrt: „Vergib uns unsere Schuld”.

Über alle unsere Sünden, Schwächen und Fehler deckt Christus voller Barmherzigkeit die Vergebung der Sünden, denn „in ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut“ (Eph. 1,7).

Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat“ (Ps. 103,10).

Was für ein Segen für diese Welt, wenn Christen Christi Sinn haben! Amen.

Pfarrer Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden

Audiopredigt vom 7. Sonntag nach Trinitatis

Lukas 16,1-9

Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.
Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.
Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.