Predigt für den 9. Sonntag nach Trinitatis

Predigt am 9. Sonntag nach Trinitatis
über Lukas 6,36-38

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.

Liebe Gemeinde!

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Der Apostel Paulus schreibt: „Wir aber haben Christi Sinn“ (1.Kor. 2,16) – vorher schreibt er, wie doch kein Mensch in den anderen hineinsehen und seine innersten Gedanken erkennen kann.

So kann der sündige Mensch nichts von Gottes Wesen und Gesinnung wissen, wenn es ihm nicht offenbart wird durch den Heiligen Geist.

Noch viel weniger kann der sündige Mensch so handeln, wie Gott es von ihm erwartet oder gar sein Herz nach Gottes gutem Willen ausrichten.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Das wird den Christen gesagt, von denen es heißt: „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus“ (Gal. 3,26).

Im Glauben an unseren Erlöser sollen wir dem barmherzigen Wesen unseres himmlischen Vaters nachfolgen.

Freilich kann ein gottloser Mensch auch barmherzig sein, anderen helfen und Gutes tun, spenden und selbst mit anpacken.

Damit ist es jedoch schnell aus, wenn es nicht um den Freund, sondern um den Feind geht!
– um den, der Böses getan hat und Hass zeigt.

Uns Kindern Gottes aber wird gesagt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – und „er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte” (Matth. 5,45).

Gott gibt seinen Segen reichlich auch denen, die ihm nicht dafür dienen oder danken, seinen Feinden und den Spöttern.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Die Kinder dieser Welt können lieben, solange sie Gegenliebe spüren.

Sie können gütig, freundlich und hilfreich sein, solange sie etwas dafür erwarten können – und sei es der Ruhm und die Ehre für ihr „selbstloses” Tun.

Der HERR Christus spricht: „Und wenn ihr euren Wohltätern wohl tut, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr leiht, von denen ihr [etwas er-] hofft zu nehmen, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf dass sie Gleiches wieder nehmen. Doch aber liebt eure Feinde; tut wohl und leiht, dass ihr nichts dafür hofft, so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undankbaren und Boshaften” (Luk. 6,33-35).

Das meint Christus mit seinem Wort: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Übt Barmherzigkeit, an Freund und Feind, an denen die euch danken und an denen, die euren Beistand ohne Dank einfach hinnehmen.

„Liebt eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; segnet die, so euch verfluchen; bittet für die, so euch beleidigen” (Luk. 6,27.28).

Ein Kind Gottes hat eine nicht versiegende Quelle der Liebe, auch wenn Barmherzigkeit ohne Dank bleibt und versickert wie Wasser im Sand.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.”

Der HERR Christus zeigt nun diese Barmherzigkeit, die wir als Kinder Gottes üben sollen, in drei Teilen: Wir sollen weder richten noch verdammen. Wir sollen unserem Nächsten vergeben. Wir sollen dem Bedürftigen helfen.

1. Zuerst spricht der HERR: „Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet”.

Gibt es das nicht oft: Tut einer viel Gutes und erntet doch keinen Dank, so schlägt sein Denken in das Gegenteil?!

Er ist verstimmt, dann verbittert, die Entzweiung wächst Groll schlägt in offene Feindschaft um.

Barmherzigkeit, die der Mensch als Ungläubiger übt, will den Nächsten oft kaufen und sich zu Diensten machen: Hilft sie ihm, schenkt ihm Mittel in seiner Not, so erwartet sie nicht allein Dank, sondern auch Dienst und Gehorsam.

Bleiben Dank und Ergebenheit aus, so wird aus dem Helfer nicht selten ein Feind.

So soll es bei den Christen nicht sein.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h. zuerst einmal: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Christus lehrt uns hier, wie wir uns als erlöste Kinder Gottes in dieser Welt verhalten sollen.

Das erinnert uns an Christi Wort: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen” (Joh. 15,20).

Es wird euch oft genug so gehen, dass ihr als Kinder Gottes in der Welt eben so viel Freundschaft und Liebe finden werdet wie die Schafe unter den Wölfen.

Aber lasst euch diese Hitze nicht befremden” (1.Petr. 4,12).

Sie werden auf vielerlei Weise Unbarmherzigkeit an euch üben, ein richtendes und verdammendes Urteil über euch sprechen, denn „das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern” (1.Petr. 4,4)

Aber stellt euch auch hier nicht der Welt gleich (Röm. 12,2)!

Wo sie richten, da richtet nicht! Wo sie verdammen, da verdammt nicht!

Segnet, wo sie euch verfluchen und zur Hölle wünschen! Segnet und flucht nicht!

Wo sie sich an euch rächen, da vergebt! Wo sie nehmen und rauben, da gebt und leiht l

So lehrt Gott uns auch durch den Apostel Paulus: „Ist’s möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch selber nicht, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes. Wenn nun dein Feind hungert, so speise ihn dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!” (Röm. 12,19.20).

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Wie barmherzig Gott zu uns ist, erweist er uns Sündern in seinem Sohn Jesus Christus: „…welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt. Er stellte es aber dem anheim, der da recht richtet“ (1.Petr. 2,23).

Das tut weh! -und es ist auch schwer!

Darum erinnert uns Gottes Wort an die Barmherzigkeit und Güte, die wir tagtäglich aus Gottes Brunnen genießen dürfen.

Widerfährt uns statt Dank Undank, für Liebe Hass, für Barmherzigkeit Missgunst, so sollen wir an unseren Erlöser denken: „der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden” (1.Petr. 2,24).

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn denn er sorgt für euch… Und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen“ (1.Petr. 5,6.7.9b).

Das ist Gottes guter und gnädiger Wille an uns: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht”.

Da sprechen manche: Hatten wir nicht recht? Kein Christ darf sich ein Urteil über andere anmaßen, womöglich einen Arzt, der Abtreibungen vornimmt, als „Mörder” bezeichnen oder einen Theologen als „falschen Lehrer” oder gar gleichgeschlechtliche Partnerschaften als „Sünde”.

Mit dem Wort „Richtet nicht, verdammt nicht” meint Christus nicht, wir sollten Sünde fortan gutheißen. Nein!

Beurteile und verurteile deinen Nächsten nicht aus eigenem Mutwillen und Gutdünken und habe keinen Spaß daran, ihn vor anderen in den Schmutz zu ziehen!

Halte deinen Nächsten nicht für einen von Gott Verworfenen, den du lieblos aufgeben könntest.

Denke nicht, es gäbe für ihn keine Hoffnung mehr, denn du weißt nicht, wie Gott ihn doch noch be­kehren kann!

Wünsche deinen Widersacher nicht zur Hölle, sondern bete für ihn. damit du seine Seele gewinnst!

Ahme deinen himmlischen Vater nach, der auch dich in deiner Sünde und in deinen Verirrungen nie aufgegeben hat!

Du wirst jedoch auch dann gemäß dem Willen Gottes handeln, wenn du falsche Lehre richtest und verdammst oder nach Gottes Ordnungen für Kirche und Staat auf Zucht und Ordnung sehen sollst, das Gute loben, das Böse bestrafen.

So handeln Eltern recht, wenn sie ihre Kinder in Ehrfurcht vor Gott erziehen und sie auch für Böses bestrafen.

Es wäre eine völlige Verdrehung, würde ein unar­tiges Kind zum Vater sagen: „Richte mich nicht – dann wird Gott dich auch nicht richten!“

Oder ein Verbrecher würde dem Richter entgegen­halten: „Richte mich nicht – so wirst du von Gott nicht gerichtet werden!“

So soll jeder Christ, nicht nach eigenem Gutdünken urteilen, sondern nach Gottes heiligen Geboten das Böse „böse” nennen und Gerechtigkeit üben in dieser verlorenen Welt.

Das betrifft auch die Lehre in der Kirche!

Prüft die Geister, ob sie von Gott sind!“ (1.Joh. 4,1).

Seht euch vor vor den falschen Propheten!“ (Matth. 7,15)

Tun wir dies, so sind nicht wir es, die da richten beurteilen und verurteilen.

Vielmehr ist es Gott der HERR, der uns dafür sein Wort zum Maßstab gegeben hat.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist” – d.h.: „Richtet nicht, verdammt nicht. Vergebt, so wird euch vergeben.”

Dieser Welt gleichstellen sollen wir uns nicht, sondern barmherzig sein wie der Vater im Himmel auch uns seine unendliche Güte erwiesen hat.

Wir sollen, auch wenn wir Unbarmherzigkeit, Hass und Verfolgung zu ertragen haben, nicht mit gleicher Münze heimzahlen.

Noch viel weniger dürfen wir uns an Gottes Stelle setzen und den Richterspruch des Ewigen vorwegnehmen.

Wenn es jedoch Gottes Wort betrifft, so sollen wir Kinder Gottes uns kein Blatt vor den Mund nehmen.

Es wäre ja die größte Unbarmherzigkeit, würden Christen Gottes Wort verschweigen und den Nächsten in seinem Irrtum liegen lassen.

„Vergebt, so wird euch vergeben” – wie wir im Vaterunser beten: „Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern”.

Das ist eine Verheißung für die, die ja schon Kinder der Gnade sind.

Nicht dass wir durch das Werk der Vergebung erst selbst Vergebung erlangen, so nicht!

Aber wenn wir von Herzen dem Nächsten seine Fehler und Gebrechen vergeben, so erweist sich darin, dass wir als Kinder Gottes aus der Kraft des HERRn handeln und eben schon unter Gottes Vergebung stehen.

Vergebt, so wird euch vergeben”

Zwar sollst du das Böse beim Namen nennen und alle Sünde und Ungerechtigkeit hassen.

Aber so wie auch der Vater im Himmel die Sünde hasst und doch den Sünder lieb hat und bekehren will und darin nicht nachlässt, so auch du.

Darin sollst du nicht müde werden, wie der HERR Christus lehrt: „Da trat Petrus zu ihm und sprach: HERR, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal” (Matth. 18,21.22).

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen.”

Nun siehst du, wie wichtig es ist, dass du allein nach Gottes Wort gut und böse zu unterscheiden weißt.

Du siehst, was diese Barmherzigkeit ist, von der Christus spricht, nämlich die Sünde zu hassen, die Person des Sünders aber zu schützen und zu bekehren suchen.

Wer dafür keinen Maßstab hat, wie es ja in unserer Welt und Gesellschaft offenbar ist, der mag ein Leiter sein wollen, ist aber blind.

Ich kann nicht mehr von meinem Meister lernen, als er weiß”

Es kommt darauf an, wen ein Mensch zum Meister und Führer hat.

Folge ich dem Meister, der selbst blind ist, so werde ich in die Grube fallen und alle, die ich anleite auch.

Folge ich jedoch dem barmherzigen Gott und seinem heiligen Wort, so werde ich auch barmherzig, wie er barmherzig ist.

Wären wir durch unsere Unvollkommenheit nicht so sehr geschwächt, so würden wir darin vollkommen, wie er vollkommen ist.

Aber dazu kommen wir nicht, solange wir Sünder in dieser Welt leben.

Darum sollen wir uns vor Selbstsicherheit und Selbstgerechtigkeit hüten.

„Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und besieh dann, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest.”

Ja, wir sollen daran denken, dass wir unvollkommen und Sünder sind.

Müssen wir nach Gottes Willen Sünde aufdecken und beim Namen nennen, so soll dies geschehen, indem wir bedenken, dass auch wir die Gnade und Barmherzigkeit Gottes bitter nötig haben.

Doch soll diese Erkenntnis uns nicht den Mund verschließen, das Böse zu strafen.

Aber die Fehler und Gebrechen des Nächsten sollen wir ihm nachsehen, denn auch wir sind nicht rein und frei von Fehlern.

Denn kein Christ wird es, solange er hier lebt, dahin bringen, dass er keinen „Splitter” mehr habe.

Sonst hätte Christus uns nicht beten gelehrt: „Vergib uns unsere Schuld”.

Über alle unsere Sünden, Schwächen und Fehler deckt Christus voller Barmherzigkeit die Vergebung der Sünden, denn „in ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut“ (Eph. 1,7).

Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat“ (Ps. 103,10).

Was für ein Segen für diese Welt, wenn Christen Christi Sinn haben! Amen.

Pfarrer Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden

Audiopredigt vom 7. Sonntag nach Trinitatis

Lukas 16,1-9

Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.
Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.
Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Audiopredigt vom 5. Sonntag nach Trinitatis

2.Mose 2,1-10 Moses Geburt und Errettung

Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm ein Mädchen aus dem Hause Levi zur Frau. Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate. Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästlein von Rohr und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils. Aber seine Schwester stand von ferne, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.

Und die Tochter des Pharao ging hinab und wollte baden im Nil, und ihre Gespielinnen gingen am Ufer hin und her. Und als sie das Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen. Und als sie es auftat, sah sie das Kind, und siehe, das Knäblein weinte. Da jammerte es sie und sie sprach: Es ist eins von den hebräischen Kindlein. Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine der hebräischen Frauen rufen, die da stillt, dass sie dir das Kindlein stille? Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: Geh hin. Das Mädchen ging hin und rief die Mutter des Kindes. Da sprach die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein mit und stille es mir; ich will es dir lohnen. Die Frau nahm das Kind und stillte es.

Und als das Kind groß war, brachte sie es der Tochter des Pharao, und es ward ihr Sohn und sie nannte ihn Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

Lesepredigt am 5. Sonntag nach Trinitatis

Predigt für den 5. Sonntag nach Trinitatis

Predigttext:

Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn dass man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es denen allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matth. 5,13-16 Weiterlesen

Audiopredigt vom 1. Sonntag nach Trinitatis

Matthäus 9,9-13

Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stund auf und folgete ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viel Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen.