Erklärung zu einer Weissagung

Eine Weissagung auf Christus (Psalm 110)

Luther hat diesem Psalm die Überschrift gegeben: »Weissagung von Christo, unserm Könige, Propheten und Hohenpriester«
Von Christi Sieg über unsere Feinde, Teufel, Sünde und Tod spricht der dritte Vers dieses Psalmes: »Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem, Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.«

Danach folgt der Vers, den ich kurz erklären möchte: »Der HERR hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks«. (Psalm 110,4)

Hinweise auf Christus
a) Melchisedek (hebräisch) bedeutet »König der Gerechtigkeit«, von Christus steht geschrieben, dass er König ist (Jer. 23,5; Matth. 25,34) und er wird genannt »Der HERR, der unsere Gerechtigkeit ist.« (Jer. 33,16).
b) König von Salem – (Jerusalem?), »Schalom« = Friede
von Christus steht geschrieben: »Er ist unser Friede« (Eph. 2,14) oder »Friedefürst« (Jes. 9,6).
c) Melchisedek war Priester, Christus ist unser Hoherpriester (Hebr. 7,24+25).
d) Melchisedek dient dem Abram mit Brot und Wein, Christus hat das Heilige Abendmahl eingesetzt mit Brot und Wein (Matth. 26,26ff.)
e) Die (irdische) Tatsache, dass Mose nichts über Abstammung, Geburt oder Tod Melchisedeks berichtet, wird auf Christus (und seine Göttlichkeit) bezogen.
Von Melchisedek berichtet Mose: „Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzt…“ (1.Mose 14,18.19). Im Brief an die Hebräer lesen wir: „Melchisedek… gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit“ (Hebr. 7,1-3).
Weil von Melchisedek nicht bekannt ist, wann und wo er geboren wurde und wo er starb heißt es: „Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens“. Das ist von diesem Priesterkönig allerdings nur gesagt, weil die Daten über sein Leben verlorengegangen sind.
Darin „gleicht er dem Sohn Gottes…“ -bildhaft gesprochen, denn Christus ist ohne Anfang und Ende, ewig, weil er wahrer ewiger Gott ist. Melchisedek ist „König von Salem/ des Friedens“ und heißt „König der Gerechtigkeit“ – Jesus ist der „Friedefürst“ (Jes. 9,5)
Christus ist König und Priester, er opfert und regiert
Auf unseren Hohenpriester, Jesus Christus, weisen alle alttestamentlichen Priester wie Wegweiser mit ihren Opfern hin. Die Priester, Opfer, Sabbate, Feiertage hielten die Hoffnung und Sehnsucht in den Gläubigen auf das einzigartige Opfer des verheißenen Heilandes wach und versöhnten das Volk mit Gott kraft des Blutes Christi, der kommen sollte.
Da ist ein großer Unterschied zwischen Christus, Melchisedek und allen anderen Priestern Gottes der alten Zeit: Ein alttestamentlicher Priester musste zuerst für seine eigenen Sünden Opfer bringen (Hebr.5,3). Von Christus aber heißt es: „Er hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte“ (Hebr. 7,27). Die alttestamentlichen Priester mussten jahrein jahraus ihren Dienst verrichten, aber Christus hat „mit einem Opfer in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden.“ (Hebr. 10,12). Wir haben in Christus „die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Eph. 1,7).
Der König und Priester, Jesus Christus, hat sich geopfert, und er regiert
Seit Melchisedek hat es dies nie wieder gegeben, dass Königtum und Priestertum in einem vereinigt sind! Darum betont Gottes Wort: „Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel…“ (Hebr. 8,1), wie auch der Apostel schreibt: „…welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns“ (Röm. 8,34).
Einen solchen Heiland haben wir: einen priesterlichen König – einen königlichen Priester – der ewiglich bleibt, der uns nie verlässt, der uns regiert, uns umsorgt und beschützt. Und wenn uns Schweres trifft, so hat er es uns zugemessen und trägt es mit uns: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“ (Ps. 58,20). Sie ist nie so schwer, dass wir sie nicht ertragen können.
Mitten im Leid spüren wir das nicht – aber das Sprichwort hat Recht: Wenn die Not am größten ist, ist Gott am Nächsten! Bist du in Leid und Elend, so spricht dein König und Priester, Jesus Christus: „Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen“ (Ps. 91,14.15).
Dein HERR steht dir bei – und er hält und trägt dich ja nicht nur in aktuellen Notlagen, sondern hat schon längst den entscheidenden Kampf für dich gekämpft! -den Kampf in seinem Leiden und Sterben, um das Opfer für dich zu bringen!
Davon weissagt David: „Nach deinem Sieg wird dir dein Volk willig opfern in heiligem Schmuck“. Was meint er mit diesem „Schmuck“? Schon die Kinder beten:
»Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid;
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn.
In diesem Ehrenkleid kannst du mit deinem HErrn Christus „herrschen mitten unter deinen Feinden“, d.h. du wirst aus Christi Kraft schöpfen, mehr und mehr das sündige Wesen verleugnen können. Du wirst in der Welt leben, dich aber vor Sünde hüten. Du wirst von Anfechtungen geplagt sein, aber du wirst mit den anderen Christen sprechen: »in dem allem überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat« (Röm. 8,37).
Er schenkt dir Siege und gibt dir Kraft zur Beständigkeit. Fällst du, so hebt er dich auf, stützt und stärkt dich. Du wirst auch herrschen können, wenn ein Stärkerer kommt und dein Herz seinen letzten Schlag tut, ja du wirst mit deinem Jesus auch den bitteren Tod überwinden und eingehen in deines HERRn Freude, in das ewige Königreich Christi!
Denn dein König und Priester „hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium“ (2.Tim. 1,10). Amen.

P. Martin Blechschmidt

Gebet
„Beweise deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich wider deine rechte Hand setzen. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel vor den Gottlosen, die mich verstören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen.“ (Ps. 17,7-9).

Predigt für den 2. Advent

Predigt über Jesaja 62,10-12

Gehet hin, gehet hin durch die Tore, bereitet dem Volk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine auf; werfet ein Panier [das Banner] auf über die Völker! Siehe, der HERR lässet sich hören bis an der Welt Ende. Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; siehe, sein Lohn ist bei ihm und seine Vergeltung ist vor ihm! Man wird sie nennen das heilige Volk, die Erlösten des HERRN; und dich wird man heißen die besuchte und unverlassene Stadt.

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Sermon sur l’entrée de Jésus à Jerusalem

Sermon sur Matthieu 9 : 1-9 (le premier dimanche de l’Avent)

Lorsqu’ils approchèrent de Jérusalem, et qu’ils furent arrivés à Bethphagé, vers la montagne des oliviers, Jésus envoya deux disciples, en leur disant : Allez au village qui est devant vous ; vous trouverez aussitôt une ânesse attachée, et un ânon avec elle ; détachez-les, et amenez-les-moi. Si quelqu’un vous dit quelque chose, vous répondrez : Le Seigneur en a besoin. Et à l’instant il les laissera aller. Or, ceci arriva afin que s’accomplît ce qui avait été annoncé par le prophète :

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