Nicht nur in Zeiten von… , aber eben auch!

Andacht für einen getrosten Mut in einer Welt, die ihrem Ende entgegen geht.

Matthäus 8
Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: HERR, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; da ward es ganz still. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist?

Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen” (Apg. 14,23). Aber Christus ist mitten im Schiff; das ist der Christen Trost und Stärke. Und doch kommt es, daß “das Schifflein mit Wellen bedeckt ward”. Da scheint alles verloren; da scheint die Wahrheit besiegt, die Lüge triumphiert, die Anfechtung nimmt überhand und das Herz zittert und zagt!

Bei solchem Toben und Schäumen des Satans über die Kinder Gottes fühlt das Herz des Christen wie die Sünde oder die Angst scheinbar alle Macht gewonnen hat, wie Gottes Trost, Gottes Wort, Gottes Gnade zu vergehen scheint.

Aber der Schein trügt und nach dem Fühlen und Empfinden dürfen wir nicht urteilen: Am Wort sollen wir hängen und auf das Urteil unseres Gottes hören – sonst müßten wir verzagen und verderben in der Not unserer Sünde, in der Not des Todes und im Toben des Teufels. Der Kleinglaube schaut auf das, was er sieht und fühlt. Brechen Stürme und Wogen herein, dann sieht und fühlt er nur noch Unglück.

Luther sagt: Seht nicht auf die Stürme, nicht auf die Wogen, nicht auf List und Tücke des Teufels, sondern sprecht zu ihnen: Schlagt herein, überdeckt uns! Ihr könnt uns nicht ersäufen, denn Christus ist bei uns! Ihr seid nicht so stark, das Schifflein umzustürzen, weil wir den HERRn bei uns haben. Und würdet ihr es wirklich umstürzen und zerstören, so würden wir gewiß mitten im Meer ein Kämmerlein finden, wo wir im Trockenen sitzen und nicht ersaufen, denn wir haben einen starken Gott und den HERRn, HERRn, der vom Tod errettet.

Ja, wir haben einen HERRn, der uns nicht allein auf dem Meer in Sturm und Wellen erhalten kann, sondern auch im Meer und unter dem Meer. Der rechte Glaube, auch wenn er klein und schwach ist, flieht zu Christus und weckt ihn auf mit Bitten und Flehen im Geist, rüttelt ihn mit Gebeten: “HERR, hilf uns, wir verderben!” Ja, selbst wenn der Glaube klein und schwach ist, aber recht, so läßt sich Christus wecken, wie wir an unserem Evangelium sehen. Denn er hört gern dieses Schreien und Rufen seiner Kinder, die er durch sein eigenes Blut teuer erkauft hat: “Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.” (Ps. 50,15).

Dazu hat Gott auch seinen Geist in unsere Herzen gegeben, durch welchen wir rufen: Abba, d.h. lieber Vater (Gal. 4,6)!

Desgleichen auch der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.” (Röm. 8,26). Auch wenn Christus ganz gewiß ohne unsere Gebete den Teufel und alles Toben stillen könnte, so will er doch das Beten von uns haben, will aufgeweckt werden, will unser Schreien und Flehen – anders bringt er uns Kleingläubige nicht dazu, daß wir seiner Güte und Hilfe von Herzen glauben lernen.

Darum straft er auch die Jünger und spricht: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?”

Ja, es kann geschehen, dass Not uns trifft, wie Not auch die Jünger damals auf dem See getroffen hat. Denn wir leben noch in dieser Welt. Dennoch ist der HErr im Schiff! und wir sind alle in seiner Hand – in der Hand, die für uns durchbohrt ist, damit wir ewig im Himmel leben.

Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Denn so du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen, und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland!“ (Jes. 43). [MB]

Auf, Christen, die ihr ihm vertraut,
Laßt euch kein Drohn erschrecken!
Der Gott, der von dem Himmel schaut,
Wird uns gewiß bedecken.
Der Herr Herr Zebaoth
Hält über sein Gebot,
Gibt uns Geduld in Not,
Und Kraft und Mut im Tod;
Was will uns denn erschrecken?

(Lied: Wenn Christus seine Kirche schützt)