Passionsandacht

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

Im Namen unseres Erlösers Jesus Christus, „der uns liebt und uns erlöst hat von unseren Sünden mit seinem Blut” (Offbg. 1,5)!

Der Evangelist schreibt: „Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten Priester und Leviten von Jerusalem, dass sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: »Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat (Jesaja 40,3).

Und sie waren von den Pharisäern abgesandt und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen löse. Dies geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh. 1,19-29)

Im Alten Testament hatte Gott der HERR mehrmals den Vorboten des Messias, Johannes den Täufer, angekündigt.

Darum weist Jesus auf ihn und spricht. „Denn dieser ist‘s, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll” (Matth. 11,10).

Gott der HERR hatte seinen Vorboten seit alter Zeit angekündigt, und nun wies dieser Vorbote auf Jesus, den menschgewordenen Gott, und rief: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!” (Joh. 1,29).

Der Apostel Petrus nennt Christus ebenfalls „Lamm“, wenn er schreibt: Wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert” (1.Kor. 5,7).

Warum? Das Oster- oder Passahlamm, von dem wir im Alten Testament lesen, ist ein symbolischer Hinweis auf den Heiland.

Kurz vor dem Aufbruch des alten Gottesvolkes aus der Sklaverei Ägyptens geschah folgendes: “Der HERR aber sprach: Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, daran kein Fehler ist, … Und ein jegliches Häuflein im ganzen Israel soll‘s schlachten gegen Abend. Und sollt von seinem Blut nehmen und beide Pfosten der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, darin sie es essen. Und sollt also das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot, und sollt es mit bitteren Kräutern essen… Also sollt ihr‘s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an den Füßen haben und Stäbe in euren Händen, und sollt‘s essen, als die hinwegeilen; denn es ist des HERRN Passah. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland, unter den Menschen und unter dem Vieh, und will meine Strafe beweisen an allen Göttern der Ägypter, ich, der HERR. Und das Blut soll euer Zeichen sein an den Häusern, darin ihr seid, daß, wenn ich das Blut sehe, an euch vorübergehe und euch nicht die Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Ägyptenland schlage” (2.Mose 12,1-13).

Das Blut des Opferlammes bewahrte die Kinder Jakobs vor dem rächenden Zorn Gottes.

Wie damals in Ägypten ein Passahlamm vom jeweiligen Hausvater ausgewählt werden sollte, „an dem kein Fehler ist”, so hat Gott der Vater für uns ein Opferlamm bestimmt, an dem nicht der Makel der Sünde haftet (Hebr. 4,15; Joh. 8,46).

Johannes schreibt: „Ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde“ (1.Joh. 3,5).

Christus hat uns geliebt und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch“ (Eph. 5,2).

Mit seinem Opfer für uns Sünder hat Christus uns mit Gott versöhnt.

Seine Güte und unendliche Liebe ist der Grund für seine erbarmende Gnade, damit wir „nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3,16).

Denn kein Mensch kann einen anderen vor dem Zorngericht Gottes retten, so sehr er einen anderen auch lieb hat und bewahren will.

Gottes Wort lehrt: „Kann doch keiner einen anderen erlösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben denn es kostet zuviel, ihre Seele zu erlösen; er muss davon abstehen ewiglich” (Ps. 49,8.9).

So ist es auch niemandem möglich, sich selbst vor Gottes Gericht und vor der Strafe der ewigen Verdammnis zu bewahren, denn (wie wir in Gottes Wort lesen): „Es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er nur Gutes tue und nicht sündige“ (Pred. 7.20).

Darum beten die Gläubigen: „Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht” (Ps. 143,2).

Wir hätten kein Recht, eine solche Bitte an Gott zu richten, ja Gott wollte sie nicht einmal hören – wenn er nicht selbst in Gnade gehandelt hätte!

Für uns Ungerechte und Sünder hat Gott einen einzigen Weg geschaffen, der uns dahin führt, dass wir trotz unserer abgrundtiefen Ungerechtigkeit vor ihm bestehen können: Es ist das Lamm Gottes, Jesus Christus.

Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde” (1.Joh. 1,7) und wie Paulus eindringlich erinnert: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade” (Eph. 1,7).

Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, breitet sich um uns als ein Schutz – wie damals in Ägypten das Blut des Passahlammes.

Gottes rächender Engel ging an den Hütten der Israeliten vorüber.

Das Blut der Lämmer war das Schutzzeichen.

Am Morgen, als die Erstgeburt Ägyptens geschlagen war, lebte die Erstgeburt Israels noch.

Das Lamm war zu ihrer Rettung an ihrer Statt geopfert worden!

Wie konnte ein Lamm sie erretten? Weil Gott es so befohlen hatte.

Das Lamm war ein Vorbild für das Lamm Gottes, ein Hinweis auf Jesus Christus.

Christi Leben von der Empfängnis im Mutterleib bis hin zu seiner Erhöhung zur Rechten Gottes ist ein Leben uns zugute! – ein Leben zu unserer ewigen Errettung und Seligkeit.

Als Jesus durch den Heiligen Geist in der Jungfrau Maria empfangen wurde, galt von ihm: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünden der Welt trägt”.

Als das Jesuskind beschnitten wurde und seine ersten Blutstropfen gab: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünden der Welt trägt.”

Als er dem Gelähmten zurief: „Deine Sünden sind dir vergeben”, da galt von ihm bereits: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt”.

Als er in Jerusalem auf einem Esel einzog, „ein Gerechter und ein Helfer” (Sach. 9,9), da kam Gottes Lamm in die Stadt, wo es geopfert werden sollte.

Als er zu Petrus sprach: “Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst” (Luk. 22,34), da schwebte auch über Petrus und seiner großen Sünde die Zusage Gottes: „Siehe, das ist das Lamm, das auch deine Sünde trägt!”

Als er verhört, gefoltert, verspottet und angespien wurde, tönte über allem Leiden das Wort: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt”.

Als die Menge schrie: „Nicht diesen, sondern Barrabas!… Kreuzige Jesus, kreuzige ihn!” (Joh. 19,5.6), wurden immer deutlicher: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!”

Als er mit dem Kreuz auf den Schultern seiner Hinrichtung entgegenging, beugte er sich unter den Willen des Vaters: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt!”

Wir sehen unseren HERRn und Heiland leiden und sterben und wissen es aus der Heiligen Schrift: „Siehe das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt.”

Damals wurde den Israeliten gesagt: „Nehmt ein Büschel Ysop und taucht es in das Blut… bestreicht damit die Oberschwelle und die beiden Pfosten. Und kein Mensch gehe zu seiner Haustür heraus bis zum Morgen. Denn der HERR wird umhergehen und die Ägypter schlagen. Wenn er aber das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Pfosten, wird er an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um euch zu schlagen” (2.Mose 12,22.23).

Durch den Glauben an Christus, dass er dein Heiland und Erlöser ist, ist dein Herz mit seinem Blut gezeichnet.

Geschützt durch das Zeichen des Blutes an der Tür aßen sie das Passahlamm.

Das war ihre letzte Wegzehrung vor dem Aufbruch nach Kanaan

Jesus spricht: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.” (Joh. 6,54) – d.h. in Zuversicht und Glauben ergreifst du Christus, wirst mit ihm vereinigt, bist ganz und gar sein eigen.

Er führt heraus aus Sünde und Not, errettet von Gericht und Verderben und nimmt die Seinen auf in die ewige Seligkeit, in das himmlische Kanaan.

Dorthin durfte Johannes blicken und schreibt: „Sie fielen vor dem Lamm nieder… und sangen ein neues Lied: Du bist würdig…, denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft” (Offbg. 5,9).

Sie haben den Verkläger, den Teufel, überwunden durch des Lammes Blut…” (Offbg. 12,11).

Das ist die Zuversicht eines christusgläubigen Herzens: ER hat mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden mit seinem heiligen teuren Blut.

Auf unserer Wanderung ins das himmlische Kanaan müssen wir “durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen”, aber die Leiden dieser Zeit sind der Herrlichkeit nicht wert, die an uns soll offenbart werden. Amen.

Gebet: Hochgelobter Gott, allmächtiger HERR! Im Namen Jesu Christi, des Lammes, das die Sünde der Welt trägt, bitten wir dich: Führe uns aus aller Sünde und Not in das himmlische Kanaan, “denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.” (Dan. 9,18).

Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid.
Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd‘ eingehn.